Sitzung 21, Samstag, 29. März 2006


Die Lebenswolke
Drogen, Ego und Wachhunde
Der persönliche Weg und Umwege



(Draußen regnet es und mittlerweile wurde es sehr ruhig um mich herum. Also habe ich mich konzentriert. Ich bat Tha’Pa darum, seine Aufmerksamkeit auf mich zu richten. Ein Mann aus der Schweiz namens Bruce bat mich um eine Privatsitzung und besaß eine Frage, die ihm sehr wichtig ist. Bruce hatte in den 70ern eine immense und tiefgreifende Erfahrung gemacht, in der er außerhalb seines Körpers auf eine Art Wolke traf, die ihm wie ein Gott erschien oder wie eine Ansammlung vieler göttlicher Wesenheiten oder Engel.)


Sei gegrüßt, Jonathan. Du hast mich gerufen und wenn unser Kontakt auch nicht im okkulten klassischen Sinn unsere abendliche Zweisamkeit erfüllt, so sind wir uns doch wieder einmal nahe (Tha’Pa lächelt). Unser Fragender, dem wir diese Sitzung heute Abend zu verdanken haben, ist – nach seiner Zeitrechnung – vor vielen Jahren an die Grenze der physischen Realität gekommen. Dies ist eine Grenze, bei der jede Persönlichkeit einmal ankommen und in Kommunikation treten wird. Es handelt sich hierbei um eine höchst strukturierte, psycholektrische Energiewolke, ein Konglomerat an Wesenheiten, eine Seele, die aus tausenden Persönlichkeiten besteht. In eurem Verständnis könntet ihr den „Rang“ einer Seele an der Anhäufung seiner Persönlichkeiten berechnen. Dies ist nicht einfach, aber ihr werdet an diesem Punkt mit Sicherheit erkennen, dass es euch nicht entgehen wird, es mit geballtem Wissen zu tun zu haben. An der Grenze einst angekommen dürft ihr euch entscheiden, ob ihr euer physisches Leben weiterführen möchtet oder nicht. Das ist eine der wichtigen Optionen, die euch dort gestellt werden. Doch könnt ihr an diesem Punkt jede Frage klären, die euch je beschäftigt und interessiert hat sowie um Fähigkeiten bitten, die euren Alltag erleichtern. Zu diesem Punkt zu kommen erfordert sehr viel Hingabe und große Sehnsucht dorthin zu gelangen. Die fragende Person Bruce hat sich genau darauf vorbereitet, diese Wolke aufzusuchen. Sein Unterbewusstsein war zu dieser Zeit auch gewiss mit Fragen gefüllt, aber vorwiegend ging es seinem inneren Selbst darum, diesem Ego eine wichtige Lektion zu erteilen und ihm zu helfen, zu erkennen, dass er Teil einer viel größeren Wesenheit ist. Die beste Lösung für das innere Selbst schien es hierbei zu sein, Bruce Emotionalität und Interesse an veränderten Bewusstseinszuständen, die mit der Hilfe von Substanzen ausgelöst werden, schlichtweg zu nutzen, um ihm diese Lektion zu vermitteln. Er kann sich glücklich schätzen, ein so trickreiches inneres Selbst zu besitzen. Ich möchte eigentlich nichts anderes sagen, als dass dieser Abend im Vornherein ganz genau geplant war. Nach seiner Entscheidung das physische Leben wieder aufzunehmen und es grundlegend zu verändern war dieser Plan allemal Wert. Doch hat jede starke Veränderung mit der Unterstützung solcher Mittel die Tendenz das persönliche Ego in Alarmbereitschaft zu setzen, denn es ist seine Aufgabe das physische Leben, Körper und Familie zu schützen. Solche bewusstseinsverändernden Mittel können die Persönlichkeit einen guten Schritt nach vorn bringen, aber dies kann bedeuten, dass viele folgende Jahre, die ins Land der Physis ziehen, vom Ego verbissen kontrolliert werden. Es ist sehr wichtig, dass man das Ego in dieser Ausklangsphase wieder peu a peu auf seine Seite bringt. Es ist misstrauisch und vermutet hinter jeder „esoterischen“ Veränderung im Leben eine Gefahr. Es wäre möglich, dass das nächste Treffen mit der Lebenswolke auch das Ende des von eurer Gesellschaft konditionierten Egos bedeutet. Ängste, Befürchtungen und die Witterung wahrscheinlicher Erfahrungen sind ein Signal, sich um das Ego zu kümmern. Es wieder zu beruhigen und mit Bedacht an den eigenen persönlichen Weg zu reorientieren. Dazu bedarf es viel Aufmerksamkeit in Form von neuem Vertrauen in die Arbeit und Ausrichtung des inneren Selbst.

Im Falle von Bruce ist es empfehlenswert, wenn er die vielen Jahre nach der Erfahrung als diese Reintegration betrachtet, denn nichts anderes ist hier geschehen. Seine Frage, wo er denn nun seine Schaufel ansetzen muss, um den Schatz, der in ihm ruht und entdeckt werden will, heben zu können, ist das erste wirkliche Zeichen seines inneren Selbst, dass er nun bereit ist, sich diesem wieder langsam zu nähern. (Tha’ Pa verschwand für einen Augenblick. Als er zurückkehrte besaß ich das Gefühl, dass er sich weitere Informationen besorgt hatte. Es kann aber auch nur ein Eindruck von mir gewesen sein.)

Bruce hat genau erkannt, ganz intuitiv, dass das Versteckspiel mit seinem Ego nun ein Ende haben darf. Er ist nun aufgerufen wieder nach innen zu schauen, aber mit Geduld und beileibe nicht so hastig wie vor vielen Jahren. Es ist nun ausschlaggebend, dass sein Ego diesen Schritt freiwillig mitmacht. Für einen kurzen Moment soll er bedenken, dass er aufgrund seiner Intuition ins eigene Bewusstsein heben durfte, was seinem inneren Selbst schon lange deutlich, nämlich die vielen Wächter, die sein Ego aufgebaut haben mag, sie zu erkennen und zu überwinden. Seine Absicht nach Innen zu gehen, zu meditieren und schrittweise an außerkörperliche Erfahrungen zu kommen werden ihn automatisch an seine selbst auferlegten Grenzen führen und dafür sorgen, dass er sie erkennt und auflöst. Welchen Weg ein jeder Mensch auch zu gehen hat, an den Lebenswolken kommt man nicht vorbei. Jeder Mensch wird einmal dieser Wolke gegenüberstehen und mit sich selbst ins Reine kommen dürfen. Hierbei wird auch entschieden, ob es das gleiche Leben oder ein neues sein wird. Krankheit und Gesundheit, Wissen und Nichtwissen werden hier zur Sprache gebracht und in die Wege geleitet. Welche Entscheidung Bruce auch trifft für sein weiteres Leben, er wird diese Wolke wieder sehen.


(Vielen Dank, Tha’ Pa.)


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