Sitzung 32, Dienstag, 4. August 2009


Dienstag, 19.25 Uhr – Privatsitzung mit Tha’Pa Sa’ID. Anwesend sind Jonathan (Medium und Protokollant) und die Geistpersönlichkeit Tha‘ Pa‘ Sa’ID.

Themen:

  • Erlebnissequenzen und Umgebungen
  • Charakterauswahl und Opferempfinden
  • Unfälle
  • Selbstakzeptanz und Planung


(Vor einigen Tagen bat mich Magdalena, wohnhaft in Deutschland, um eine Sitzung mit Tha’Pa. Heute fand ich die Ruhe und die Zeit dazu. Magdalena hatte auch einige Fragen mitgeschickt, die er beantworten soll. Ich legte die Fragen vor mir auf den Schreibtisch, sodass Tha’Pa sie immer im Blick haben konnte.)


(Hallo Tha‘ Pa‘, ich freue mich, dass du da bist.)


Hallo Jonathan. Ich freue mich, dass wir endlich wieder einmal zusammenfinden. Ich weiß, es gibt Medien, die pflegen tägliche Kontakte, aber wir möchten weiterhin garantieren, dass du deine persönliche Entwicklung entsprechend aufrecht erhältst. Es gibt Dinge, die du allein zu erlernen hast.


(Ich weiß. Heute habe ich mal wieder eine persönliche Sitzung für dich. Ich habe hier einige Fragen von einer Frau vorliegen. Sie heißt Magdalena und erfuhr einen Motorradunfall. Aus dem Grund hat sie einige Fragen, die ihr sehr wichtig sind. Wir würden uns freuen, wenn du uns dazu etwas sagen könntest.)


Ich würde gerne später auf Magdalenas Fragen eingehen. Vorher möchte ich noch einiges im Vorfeld ansprechen und dann darauf zu sprechen kommen.


(Gut.)


Euer Alltag ist eine Ansammlung von Erlebnissequenzen. Wir hatten darüber gesprochen. Eine Handlung, die auf eine weitere folgt, muss nicht unbedingt die Folge dieser sein, noch in irgendeiner Form Ursache. In eurer Kinderziehung und in den Träumen wurdet ihr von euren Eltern dazu ausgebildet, den Alltag als Realität so zusammenzusetzen, wie ihr ihn nun kennt. Stellt euch einmal euren Tag vor. Teilt euren Tag in Umgebungen auf, damit möchte ich sagen, betrachtet den Ablauf eures Tages in Form von wechselnden Orten, die ihr aufsucht. Es kann am Morgen erst einmal euer Schlafzimmer sein. Dann folgt die Küche. Als nächstes vielleicht euer Auto, dann das Büro und am Abend das Wohnzimmer. Gehen wir jetzt einfach mal davon aus, dass diese fünf Orte – oder Umgebungen, ganz wie ihr es wünscht – Teilräume in einem, sagen wir mal, schwarzen, überdimensionalen Raum sind. Ihr besucht diese fünf Orte in verschiedenen Abständen. Der Einfachheit zuliebe denken wir uns die Wege, die zwischen den Orten immer wieder zurückgelegt werden müssen, einmal weg. In jedem dieser Räume vollrichtet ihr unterschiedliche Handlungen. Ihr könnt in der Küche nicht das tun, was ihr im Auto macht und aus dem Grund unterteilen sich eure Aktionen in verschiedene Bereiche. Somit wird jeder Raum ein Ort unterschiedlicher Handlungen, die aber in den Räumen selbst stets zu Wiederholungen neigen. Es ist auch nicht verwunderlich, denn jeder Raum bietet nur bestimmte Möglichkeiten, um eure praktischen Belange zu koordinieren und auszuführen. Nun sage ich euch, dass in jedem Raum, den ihr immer wieder aufsucht, jeweils ein unterschiedliches Selbst von euch agiert. Die Person, die ihr also im Wohnzimmer seid ist nicht jene, welche ihr in der Küche erfahrt. Das hat zur Folge, dass eure Persönlichkeit in mehrere Bereiche und Selbste aufgeteilt ist.


Wenn ihr z.B. ein Computerspiel spielt, in dem ihr euch aus einer Reihe von Charakteren eine Rolle aussuchen könnt, dann ist das sehr verwandt mit dem, was ich euch hier lehren möchte. Stellt euch zusätzlich vor, dass ihr, außerhalb eurer Alltagsrealität, mehrere Charaktere zur Auswahl habt und diese, fast wie in einem Menu, auswählen könnt. Sobald die Auswahl getroffen wurde, betretet ihr wieder die Alltagsrealität und lebt die Charaktere aus. In den meisten Fällen lebt ihr die Charaktere nacheinander und gestaltet so euren Alltag. Diese werden nach euren Mustern angeordnet, so, wie ihr es in eurer Kindheit erlernt habt. Die Muster sind in diesem Fall schon vorgegeben, aber die Charaktere werden von euch selbst ausgewählt. Probleme mit eurer Gefühlswelt treten nur dann in Erscheinung, wenn ihr außerhalb eures Alltags – also in euren Träumen, wenn ihr so wollt –  Entscheidungen getroffen habt, die ihr, sobald ihr in den Alltag zurückkehrt und eine bestimmte Situation wie geplant erlebt, nicht verstehen könnt. Eure Alltags-Persönlichkeit, die sich aus den ausgewählten Charakteren zusammensetzt, gestaltet eure Realität. Vielleicht nicht unbedingt bis ins Detail, aber weitgehend ist hier eine erstaunliche Genauigkeit möglich. Hierzu gehören sekundengenaue Treffen mit Personen, Gewinne und Verluste, Liebe und Beruf, einfach alles, was euch im Alltag begegnen kann. Aus diesem Grund ist es für euch unmöglich, jemand anderen als euch selbst für das verantwortlich zu machen, was euch begegnet. Das ist ein wichtiger Satz und ihr solltet diesen unbedingt verstehen lernen. Jedes Ereignis in eurem Alltag ist von euch selbst ausgesucht worden. Aus didaktischen Gründen sind die Bewusstseine jedoch voneinander getrennt, d.h. ihr wisst im Alltag nicht exakt, was ihr euch für den Alltag ausgesucht habt, doch werden eure persönlichen Annahmen, Meinungen und Glaubenssätze in jedem Fall berücksichtigt. Der Vorteil hierbei ist, höchste Lerneffizienz, Möglichkeiten der Überraschung, Improvisation, Ausbildung mit direkter Beteiligung und eine wahrheitsgetreue Analyse eures Verhaltens. Der Nachteil ist jedoch ebenso offensichtlich, denn es kann zu Missverständnissen zwischen dem Selbst kommen, das den Alltag lebt und dem Selbst, das den Alltag von der Metaebene aus koordiniert. Ihr dürft dabei auf keinen Fall vergessen, dass ihr beide Selbste seid. Es handelt sich hierbei nicht um zwei unterschiedliche Persönlichkeiten mit verschiedenen Identitäten, sondern Anteile eines übergeordneten Selbstes, das ihr seid – oder aus eurer Perspektive betrachtet – irgendwann einmal sein werdet.


So plant ihr also jeden Augenblick eures Lebens, Tag für Tag. Hierbei sind eure Ziele aber nicht auf Erfolg im Beruf, der Liebe oder in anderen Lebensbereichen primär auschlaggebend, sondern eure persönliche geistige Entwicklung für euer Leben nach dem Tod. Natürlich werden die sekundären Ziele berücksichtigt und nicht vergessen. Jeden Wunsch, den ihr habt, wird euch förmlich von den Lippen abgelesen, aber weil die beiden erwähnten Selbste durch so etwas wie eine Brücke miteinander verbunden sind, kann es zu verzerrten Übertragungen kommen. Ich möchte euch dazu ein Beispiel nennen: Wenn sich eine Persönlichkeit dazu entscheidet, seinen Traumpartner zu finden, dann kann sie diesen Wunsch an das planende Selbst weitergeben. Das planende Selbst analysiert daraufhin die Bedingungen und erforscht eure Umgebung, um euren Partner zu finden. Dazu bereist es die Traumwelt auf der Suche nach diesem Partner und arrangiert Treffen. In diesen Treffen werden eure Einstellungen und Wünsche an den vermeintlich neuen Partner herangetragen. Das planende Selbst des zukünftigen Partners analysiert und entscheidet daraufhin, ob es sich mit dem suchenden Selbst treffen möchte. Damit möchte ich jetzt klarstellen, dass eure Begegnungen im Alltag geplant sind. Wenn ihr eure Liebe im Alltag trefft, dann nur, weil ihr euch zuvor in den Träumen getroffen und diese Verabredung vereinbart habt. Das mag für euch seltsam klingen, aber das liegt daran, dass ihr die Möglichkeiten in der Traumwelt vergessen habt und euch nur noch in seltenen Fällen interessieren. Eure Entscheidung, der Traumwelt weitgehend den Rücken zu kehren, ist euer Problem und ihr müsst letzten Endes auch dafür die Verantwortung übernehmen, sobald etwas in euer Leben tritt, das ihr nicht verstehen könnt oder akzeptieren wollt.


Niemand von euch ist Opfer einer anderen Person. Ihr habt den Verabredungen in eurem Alltag zugestimmt, um zu lernen, zu verstehen und euch zu erweitern. Das ist Teil eures Lebens und geschieht in jeder Nacht - und auch am Tage, wenn ihr unaufmerksam seid. Wenn ihr jemanden hasst, dann nur, weil ihr etwas nicht verstanden habt. Ihr habt dann die Lektion nicht erlernt! Und ihr seid dort auf Erden, damit ihr eure Lektionen lernt. Für manche von euch ist das Ausbildungslager namens Erde ein gemütlicher Spaziergang zwischen den Welten, die sie darüber hinaus noch besuchen werden, aber für manche ist es schwerer als vermutet wurde. Wie immer ihr das betrachten möchtet, wen ihr für eure Probleme auch verantwortlich macht, wen immer ihr verflucht oder am liebsten einen grausamen Tod sterben lassen würdet, die Lektion, die ihr zu erlernen habt, ist, dass ihr erkennt, dass ihr jede Situation, die euch im Alltag begegnet, selbst erschaffen habt. Diese Lektion ist außerordentlich wichtig und Teil eurer weiteren Ausbildung nach dem Leben, das ihr jetzt gerade führt.


Wir haben hier eine Persönlichkeit namens Magdalena. Sie erlitt einen schweren Motorradunfall und dabei wurden auf gewaltsame Weise ihre beiden Körper voneinander getrennt und der physische Körper stark in Mitleidenschaft gezogen. Vermutlich wird sie daran nur wenig Erinnerung besitzen, doch die Trennung der beiden Körper bewirkte, dass sie sich bis zum heutigen Tage nicht wieder komplett zusammengefügt haben. Aus diesem Grund neigt sie sehr stark dazu, sich manchmal selbst zu hören oder hat die Empfindung, ihre eigene Stimme gehöre nicht zu ihr selbst oder würde in ihrem Kopf in voller Lautstärke widerhallen. Für sie ist dies nun eine ganz andere Realität, der sie nun nach dem Unfall begegnet. Sie hat einen gewaltigen Sprung in eine andere Realität unternommen und kann die Vorgänge nicht verstehen.


Jonathan, erinnere mich nachher daran, dass ich noch einmal auf die Symbolik des Widerhalls der eigenen Stimme im Kopf zurückkomme. Du weißt, in meinem Eifer euch das zu lehren, was ihr vergessen habt, vergesse ich die Zeit. Ich möchte auch nicht, dass du deine Schreibe an deiner neuen Kurzgeschichte unterbrichst.


(Mach ich.)


Die Trennung der beiden Körper war sehr wichtig, weil ihr Wunsch, diesen Unfall zu überleben, plötzlich aus ihrem Unterbewusstsein schoss und Raum in ihrem Geist einnahm. Die Trennung bewirkte, dass die Gedanken der Persönlichkeit nicht den physischen Körper dahingehend beeinflussen, an den Folgen des Unfalls zu sterben bzw. noch größere Verletzungen davonzutragen.


All die Dinge, die ich zuvor erwähnt habe, gelten auch für diese Persönlichkeit. Sie ist kein Opfer eines Unfalls oder kann jemanden anderen für diesen Unfall verantwortlich machen. Würde sie nicht verantwortlich gewesen sein, dann wäre sie an diesem Tag nicht an diesem Ort erschienen. Hätte sie nur einen anderen Weg genommen oder eine andere Planung ins Kalkül gezogen, wären alle nachfolgenden Ereignisse entsprechend verschoben worden und nicht eingetreten. Auf diese Weise zu denken soll nicht Auslöser für Reue sein, sondern zu der Erkenntnis führen, dass der Unfall genau so geplant war wie alles andere zuvor. Die Gründe für die Wahl eines solchen Unfalls können unterschiedliche Gründe haben. Dabei stehen in den meisten Fällen die Punkte im Vordergrund, die ich weiter oben erwähnt habe. Primär geht es um eure Entwicklung, die Lektion, dass ihr mit euren Gedanken und Gefühlen Realität erschafft und ihr Teil eines größeren Planes seid, den ihr zu erfüllen unterstützt. Innerhalb eurer Raumzeit-Illusion ist das kein Trost, wenn ihr ein solches Ereignis in die Tat umgesetzt habt, denn ihr leidet körperlich und geistig an den Folgeschäden. Wenn eine Persönlichkeit, so wie Magdalena, sich einst zu dieser Realität entscheiden hat, dann kann sie dies vorerst nicht rückgängig machen. Sie ist auf den Zug aufgesprungen und muss nun erst einmal mitfahren.


(Ich habe dir die Fragen hier zurechtgelegt. Magdalena hat einige direkte Fragen zu ihrer Zukunft.)


Die Persönlichkeit besitzt erst einmal die Planung, das zu erlernen, was ihr alle zu erlernen habt. Eure Gedanken und Gefühle, eure Erwartungen und eure Befürchtungen werden Realität – wenn nicht heute, dann morgen oder in zehn Jahren. Ihr habt euch eine harte Schule ausgesucht, eine der besten, die es im physischen Universum gibt. Einige von euch werden nun denken, dass sie das nicht so sehen, doch ich kann versichern, jeder von euch hat auch seine schwierigen Herausforderungen, sei es in diesem oder in einem anderem Leben.


Ich möchte jetzt nicht auf jede Frage eingehen, da es wichtig ist, das Prinzip zu verstehen, das sich hinter der Erkenntnis verbirgt, die jede ihrer Fragen beantwortet. Aus dem Grund kann ich der Persönlichkeit nur empfehlen, nicht an sich zu zweifeln. Kein Wunsch, der euch gegeben wird, ist nicht auch zu erfüllen. Ein Wunsch, den ihr haben könnt, ist dazu da, um euch zu zeigen, dass es möglich ist, es zu erreichen. Andernfalls gäbe es den Wunsch nicht. Es gibt immer einen Weg, aber ihr müsst dazu an euch selbst glauben, entgegen allen Widersprüchen, Zweifeln oder Ungläubigkeit, die euch begegnen kann und kämen sie dabei von Gott persönlich. Heilung ist möglich. Für jeden von euch, ganz unabhängig davon, was euch quält. Ein Wunsch ist dazu da, damit ihr wisst, dass es möglich ist. Es gibt einen Weg, der euch dahin führt, wo ihr hin möchtet. Akzeptiert euch selbst, auch wenn es schwer ist, vertraut den Heilkräften eures Körpers und habt Zuversicht! Glaubt den Ärzten nicht, wenn sie sagen, es ist unmöglich. Ihr könnt es möglich machen.


(Wird es gesundheitliche Folgen für Magdalena geben?)


Nur die, die sie befürchtet.


(Du wolltest doch noch etwas zu dem Widerhall der Stimme sagen.)


Der Widerhall taucht in Folge eines Wunsches auf. Sie wünscht sich so sehr, zu verstehen, warum ihr der Unfall widerfahren ist. Sie erwartet die Antwort jedoch auf eine von ihr festgelegte Weise. Die Antwort kann nur von innen kommen und der Widerhall der Stimme ist der Anfang. Dies soll sie daran erinnern, sich in absoluter Stille zu üben, denn die klarten und unmissverständlichen  Antworten liegen ganz allein in der Stille.


(Was kann sie noch tun?)


Die Persönlichkeit muss erkennen, dass sie sich selbst dieses Schicksal ausgesucht hat. Das ist der erste Schritt. Sie darf sich nicht mehr als Opfer des Unfalls fühlen. Es war nicht einmal ein Unfall, wenn man es von meiner Warte aus betrachtet. Sobald sie das Opfer in sich loslassen kann, bekommt sie das Zepter ihrer Macht wieder in ihre Hände zurück und kann den zweiten Schritt unternehmen. Solange sie sich als Opfer betrachtet, gibt sie ihre Macht ab und legt sie in die Hände anderer. Ein Unfall hat immer mit Konfrontationen, Auseinandersetzungen, Outcoming und Beharrlichkeit zu tun. Jede Aktion, für die ihr euch entscheidet, obliegt eurer Auswahl. Weder das Alltagsselbst noch das Planselbst, die ihr beide seid, sind perfekt und arbeiten dennoch auf das Beste zusammen. Ihr seid Koordinator, Schöpfer und der Erfahrende in einem.



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