Ein Buchprojekt von Jonathan Dilas


ENGLISH VERSION Es werden noch Erfahrungsberichte zum folgenden geplanten Buch von Jonathan Dilas gesucht:


- Du möchtest nicht, dass Deine einzigartige Erfahrung auf handgeschriebenen Zetteln in der Schublade verkommen?
- Du wolltest schon immer, dass man Dein Erlebnis veröffentlicht, damit viele Menschen daran teilhaben können?

...dann melde Dich per E-Mail bei mir oder sende mir einfach Deine Erfahrung zu! Gegenwärtig suche ich noch viele Berichte.

 

Nun einige Auszüge aus dem Buch mit bisher fast vierzig gesammelten Erfahrungen.



"Berichte aus dem Unbekannten"

Tatsachenberichte über mysteriöse Erlebnisse im Wachzustand, seltsame und verrückte Träume, außerkörperliche Erfahrungen, Grenzerfahrungen, Begegnung der ersten, zweiten und dritten Art, Exkursionen ins Unterbewusste und andere in unserer Welt ungeklärte und noch unerforschte Erlebnisse


Inhaltsverzeichnis

I. Vorwort

II. Von seltsamen Erfahrungen in der Alltagswelt

III. Seltsame Träume und außerkörperliche Erfahrungen



Vorwort

Es war ein Sonntagnachmittag als mir die Idee kam, ein Buch über seltsame Begebenheiten in unserer Welt zu schreiben. Ich schrieb gerade an einer Auftragsarbeit und die Arbeit daran kam zum Stehen. Frisch motiviert an einem neuen Projekt schaltete ich einige Annoncen und suchte Leute, die bereit waren, über ihre Erfahrungen zu sprechen und auch einverstanden waren, sie veröffentlicht zu sehen. Das war sicherlich nicht einfach, da solche Erfahrungen oft sehr persönlicher Art sind oder viele Menschen fürchten, sie könnten als Verrückte bezeichnet werden.

Dank einer virtuellen Realität, dem Internet, gelang es mir trotzdem, mit vielen Menschen in Kontakt zu treten, die die Meinung vertraten, ihre interessanten und seltenen Erfahrungen nicht als bloße Notiz in einer Schublade verstauben zu lassen, sondern diesen die Möglichkeit zu geben, in einem Buch verewigt zu werden.

Ich erhielt sehr viele Emails aus der ganzen Welt: Amerika, Mexiko, Brasilien, England, Russland und Deutschland.

Natürlich musste ich mit der Zeit eine Auswahl treffen und einige der interessanten Geschichten konnten nicht ins Buch transkribiert werden, aber ich hoffe eine optimale Auswahl getroffen zu haben.

*

Nachdem ich eine Annonce in die Zeitung gesetzt hatte, meldete sich ein Mann per Telefon. Er nannte seinen Namen: Michael, und sagte, er sei 35 Jahre alt und wohne seit gut eineinhalb Jahren mit seiner Freundin zusammen, und kam danach sofort mit der Frage zum Thema:

»Wann ist ein Zufall noch ein Zufall?«

»Wie meinen Sie das?«

»Wissen Sie, es geht eigentlich nicht um mich, sondern um meine Freundin. Sie weiß eigentlich nicht, dass ich Sie jetzt anrufe, aber ich muss mal mit jemanden darüber sprechen. Außerdem hoffe ich immer einen Rat zu erhalten, denn das geht alles langsam zu sehr ins Geld. Was hätte ich mir nicht alles Schönes kaufen können?«

Er räusperte sich noch einmal und fuhr fort:

»Meine Freundin muss irgendwie ein schlechtes Verhältnis zu Elektrogeräten haben. Finden Sie, daß es ein Zufall ist, wenn ein Mensch in eineinhalb Jahren einige Toaster, Kaffeemaschinen, Radiorekorder, Mixer, Fernseher, und was weiß ich nicht noch alles, kaputt gekriegt hat? Es ist unglaublich. Ich habe es selbst gesehen. Sie fasst diese Elektrogeräte an und Zack, kaputt sind sie. Es ist unerklärlich. Ich kann eine ganze Liste von kaputten Gegenständen machen, wenn Sie wollen.«

Ich erzählte ihm, dass mich diese Geschichte sehr interessieren und mich gern einmal mit den beiden treffen würde.

»Natürlich. Also von meiner Seite aus ist das völlig in Ordnung. Ich muss nur noch mit meiner Freundin darüber sprechen, weil es ihre Erfahrungen sind, ich bin ja nur Zuschauer, auch wenn ich an den Schäden finanziell beteiligt bin. Wenn sie einverstanden ist, melde ich mich bei Ihnen, und dann laden wir Sie zu einem Kaffee ein.«

»Gut«, entgegnete ich, »und es wäre sehr praktisch, wenn Sie wirklich eine Liste mit den betroffenen Elektrogeräten aufstellen könnten.«

»Kein Problem. Ich setze mich gleich dran.«

Nachdem wir aufgelegt hatten, hoffte ich noch einige Zeit auf seinen Anruf, aber dieser ist nie erfolgt.


*

Eines Abends fand ich eine Email in meinem virtuellen Briefkasten. Sie war von Elke, einer Frau in den Dreißigern. Sie hatte von meinem Aufruf im Internet gelesen, daß ich noch Leute suche, die seltsame Erfahrungen mitzuteilen hatten. Zuerst wollte ich in näheren Kontakt mit ihr treten, aber irgendwie hatte sich die Spur verloren. Im weiteren Originalauszüge aus ihrer eMail:

»Ich habe vor ein paar Jahren psychedelische Erfahrungen gehabt. Es waren mehrere hintereinander. Eine davon möchte ich dir erzählen (ich hatte sie mir zu jener Zeit aufgeschrieben):

Ich lag auf dem Boden im Wohnzimmer und hörte Musik. Ich merke zum erstenmal in meinem Leben, daß ich das Gefühl habe, daß mein Körper sich nach rechts und links schaukelte. Der Boden ist aber still. Ich fühle, daß mein Körper auch still daliegt. Die Schaukelbewegungen werden immer stärker. Nun gehen auch Strahlen von den Augen zu den Füßen wellenförmig aus. Die Schaukelbewegungen hören auf. Plötzlich ein Zug nach oben und ich befinde mich über meinen Körper, den ich jetzt auf dem Boden liegen sehe. Ich befinde mich über der Brust. Langsam zieht es mich weiter nach oben. Ich bin an einem Eingang von einem Tunnel. Meinen Körper sehe ich jetzt auf dem Boden liegen. Langsam zieht es mich durch den Tunnel. Er ist spiralförmig und wird nach oben hin heller. Nun bin ich sehr neugierig was passiert: es zieht mich immer schneller durch den Tunnel hinauf. Oben scheint etwas helles zu sein, es zieht mich sehr stark an, ich bin außer Kontrolle. Nun werde ich aus dem Tunnel herausgeschleudert. Nun befinde ich mich in einem endlos scheinenden, gewaltigen und dunklen Raum. Mein Befinden ist so, daß mir bewußt wird: jetzt kann ich nicht mehr zurück und es ist unglaublich schön. Ich hatte noch nie ein so schönes Gefühl in meinem Leben. Natürlich wollte ich hierbleiben, es störte mich gar nicht. Im Raum entdeckte ich viele verschiedene Gegenstände, wie Stühle, Tische, Schränke, die mir unendlich weit weg erschienen. Noch einige Zeit genoß ich das schöne Gefühl hier zu sein und dachte ein wenig über meine Situation nach. Dann hörte ich das Telefon klingeln, ich stand auf und ging ans Telefon.

Das war eins meiner ersten Erlebnisse dieser Art. Ich habe niemals Drogen dazu genommen und nehme auch heute nichts. Mit Herzinfarkt hatte es auch nichts zu tun, denn ich bin völlig gesund auch heute noch. Wenn ich alle meine Erlebnisse, die verschieden sind hier schreiben würde, könnte ich Seiten füllen.«

*

Eines Abends erhielt ich einen Anruf. Durch den Hörer vernahm ich eine sympathische Frauenstimme und stellte sich als Alexandra vor, 30 Jahre alt. Sie lud mich zu Kaffee und Kuchen ein, und wollte mir von einigen sehr seltsamen Erfahrungen berichten, die sie in ihrer Kindheit und Jugend erlebt hatte.

Zwei Tage später stand ich vor einem großen, schönen Haus. Ein großer, dunkler Mercedes parkte auf der Zufahrt zur Garage und eine imposante Glastür gewährte schon einen kleinen Einblick in eine nobel und luxuriös eingerichtete Wohnung.

Als ich klingelte, öffnete mir eine Frau, vielleicht Mitte fünfzig. Sie begrüßte mich und rief nach Alex. Daraufhin hörte ich jemanden die Wendeltreppe herunterkommen, die sich zum Teil in meinem Blickwinkel befand.

»Ja, vielen Dank«, sagte sie zu der Frau und dann wandte sie sich mir zu.

Sie war vielleicht gerade 1,65 groß, sehr schlank, und trug mittellanges, blondes Haar, das sie zu einem unordentlichen Dutt hochgesteckt hatte. Einzelne Haarsträhnen fielen auf ihre Schulter. Ihre Kleidung war sehr einfach, amerikanisch: Jeans, Bluse. Überhaupt erinnerte mich ihr ganzes Aussehen an eine amerikanische Farmerin, so, wie man sie manchmal in Werbungen zu sehen bekommt.

»Komm doch rein«, sagte sie locker und führte mich daraufhin in ein schön eingerichtetes Zimmer.

»Das sind nicht meine Eltern hier«, meinte sie, als hätte sie meine Gedanken gehört, »das sind nur meine Vermieter. Ich habe mir hier nur das Zimmer gemietet, weil ich in der momentanen Wohnungsnot nichts besseres gefunden habe; sozusagen als Übergangslösung.«

Ich nickte, um ihr zu zeigen, dass ich sie verstanden hatte.

Wir setzten uns an einen Schreibtisch. Rechts von mir befand sich ein großes Fenster, das mir Einblick in einen schönen, großen Garten gewährte. Es fiel ein schönes Licht ins Zimmer.

»Dann bin ich jetzt mal gespannt auf deine Geschichte«, sagte ich.

Sie hatte mich einfach geduzt und ich wollte dieses nicht unterbinden und duzte sie ebenfalls. Irgendwie waren wir beide auch ungefähr im gleichen Alter und hatten uns gut gehalten, als dass wir uns hätten siezen müssen.

»Zuerst mache ich mal Kaffee.«

Nachdem sie alles vorbereitet hatte, und wir genüsslich bei Kaffee und Kuchen saßen, drehte sie sich aus Tabak eine Zigarette, zündete sie an und begann über ihre Erfahrungen zu sprechen.

»Als Kind, da war ich vielleicht acht Jahre alt, habe ich oft mit meinem Bruder gespielt. Wir wohnten in einem Vorort, in dem nicht viel los war. Wir hatten kaum Freunde und waren aufeinander angewiesen. Jedenfalls ist die Geldbörse meiner Mutter verlorengegangen. Sie war wütend und verdächtigte uns. Aus irgendeinem Grund beschuldigte sie vorwiegend mich. Ich erhielt ziemlich schnell Stubenarrest.«

Sie zog wieder an ihrer Zigarette und fuhr fort:

»Ich war so traurig und verletzt, fühlte mich ungerecht behandelt, dass ich in der Nacht zu meinem verstorbenen Opa betete, dass er mir irgendwie helfen soll, dass die Geldbörse wiedergefunden wird, und ich nicht weiter beschuldigt werde. Du musst wissen, mein Opa hatte mich sehr lieb und sich immer rührend um mich gekümmert. Plötzlich höre ich ein lautes Fiepen in den Ohren und es war ein Gefühl, als lege sich eine Glocke über meinen Kopf. Am Fußende meines Bettes sah ich plötzlich einen weißlichen Schleier, eine Bewegung. Kurz darauf stand mein Opa und meine Oma dort. Sie leuchteten ganz weiß und winkten mir lächelnd zu. Ich hatte tierisch Angst, aber ich brachte keinen Hilferuf aus mir heraus. Ich habe nicht geschlafen! Das kannst du mir glauben! Sie standen dort wirklich, dafür lege ich meine Hand ins Feuer. Am anderen Tag fand meine Mutter ihre Geldbörse im Küchenschrank. Vielleicht war es mein Bruder gewesen, vielleicht aber auch die Hilfe meiner Großeltern.«

Sie stand auf und leerte den Aschenbecher im Mülleimer, kam zurück und drehte sich eine weitere Zigarette.

»Am anderen Tag war ich für einige Stunden allein Zuhause. Plötzlich klingelte es. Ich öffnete die Tür... und weißt du, wer dort stand? Es war mein Opa! Er war es tatsächlich. Schreiend schlug ich die Tür zu und lief in mein Zimmer und versteckte mich unter dem Bett. Gut, vielleicht war es ein Vertreter oder sonst wer, und das Erlebnis der vorigen Nacht beeinflusste mich noch nachhaltig, ich weiß es nicht genau, aber er sah genau wie mein Opa aus - falls er es jetzt doch nicht war. Ich habe gebibbert vor Angst und war heilfroh, als meine Eltern wiederkamen.«

Sie räusperte sich kurz und zog ein Bein an ihren Körper, sodass ihr Fuß Halt auf der Sitzfläche fand.

»Das war noch nicht alles. Ich habe noch einiges zu erzählen: Das Haus in diesem Vorort stand genau neben einem Friedhof. Gerüchte besagten, dass dieser Friedhof einmal viel größer gewesen sei und man ihn verkleinert habe. Ich kann das nicht mit Sicherheit sagen, ich habe es nur gehört. Gerüchte besagten im Weiteren, dass das Haus vielleicht auf Leichen erbaut worden ist. Das gruselte mich immer sehr. Ich war immerhin ein Kind. Eigentlich habe ich all die Erlebnisse, die ich dir erzählen möchte, ausschließlich in diesem Haus erfahren. Als wir nachher - mehr oder weniger - überstürzt ausgezogen sind, hörten die seltsamen Vorkommnisse schlagartig auf. Aber besser, ich fange erst mal von vorne an.«

»Na ja«, begann sie erneut und öffnete ein Fenster. Anscheinend öffnete sie das Fenster nur für mich, weil sie bemerkt hatte, dass ich nicht rauchte.

»Eines Sonntags haben eine Freundin und ich im Keller Verstecken gespielt. Der Keller dieses alten Hauses war sehr groß. Während wir dort umherliefen und uns gegenseitig jagten, hielt mich meine Freundin plötzlich an meiner linken Schulter fest. Ich wunderte mich, dass sie mich so schnell hat einholen können und drehte mich um, als ich plötzlich einen riesigen Schrecken bekam. Eine haarige, große Hand mit überlangen Fingern hielt mich fest! Meine Freundin war noch einige Meter hinter mir. Ich schrie so laut ich konnte! Meine Freundin schrie in diesem Augenblick ebenfalls und schaute voller Entsetzen zu mir und zeigte immer wieder mit dem Finger auf diese Hand. Wir konnten sie beide deutlich sehen! Ich riss mich mit aller Kraft los und wir liefen so schnell wie möglich aus dem Keller hinaus. Ich bin von da an nie wieder in diesen Keller gegangen. In der Nacht träumte ich sogar von diesem Keller. Ich träumte, dass meine Mutter mir befohlen hätten, in den Keller zu gehen und Bier heraufzuholen. Als ich die Treppen hinunterging, sah ich, wie der ganze Keller metertief unter Blut stand. Ich wollte umdrehen und flüchten, konnte mich aber nicht von der Stelle bewegen. Es war schrecklich. Schweißgebadet erwachte ich.«

Beeindruckt von ihren Geschichten aus diesem Spukhaus, dachte ich aber auch an den Film Poltergeist. In diesem Film wurde ebenfalls ein Haus auf einem abgerissenen Friedhof erbaut, und die Familie erlebte die schauerlichsten Geschichten. Ich weiß nicht, ob dieser Film vielleicht zum Teil auf solchen Berichten basierte und nur ein wenig mit Spezialeffekten aufgemöbelt worden war.

»Zu dieser Zeit bekam ich unerwartet starkes Asthma. Das Asthma verschwand augenblicklich, als wir das Haus verließen, aber zu der Zeit sollte es noch eine Weile bis zu diesem Entschluss dauern...«

»Meine Mutter und ich verband stets eine Menge. Wir hatten oft gleiche Gefühle, wir wussten oft, was der andere in einem bestimmten Moment dachte. Diese Verbindung war fast telepathisch, könnte man sagen. Eines nachts erwachte ich mit der völligen Gewissheit, dass ein unendlich böses Wesen auf dem Weg zu meinem Zimmer war und mich töten wollte. Es war so endgültig und ich wusste, dass es keine Möglichkeit gab, dieses Wesen vom Gegenteil zu überzeugen. Ich kletterte aus dem Bett und versteckte mich hinter der Tür. Ich wusste auch instinktiv, dass das Wesen durch die Tür kommen und sich zu meinem Bett bewegen würde, und wenn ich nicht atmete, es mich nicht bemerken würde. Nur mein Atem konnte mich verraten. So stand ich nun dort hinter der Tür ohne zu atmen. Mein Plan war, dass wenn dieses Wesen durch die Tür kam und zu meinem Bett ging, ich hinauslaufen würde, um mich woanders zu verstecken oder Alarm zu schlagen.

Tatsächlich. Das Wesen kam durch die Tür. Ich sah es ganz deutlich. Es war richtig tiefschwarz und dreidimensional. Es war so schrecklich und besaß eine völlig böse Ausstrahlung, als wäre es vom Teufel persönlich geschickt worden. Als das Wesen an mir vorbeiging ohne mich zu bemerken, lief ich aus dem Zimmer hinaus ins Treppenhaus. Ich versteckte mich dort in einer Nische, hockte mich hin und machte mich ganz klein. Irgendwie, und das konnte ich mir nicht erklären, war ich mit diesem Wesen verbunden. Ich fühlte nun, dass es bemerkt hatte, dass ich geflohen war. Doch anstatt mich weiterzujagen, beschloss es nun, meine Mutter in ihrem Schlafzimmer aufzusuchen und zu töten. Ich bekam in diesem Moment eine unglaubliche Angst um meine Mutter. Das Wesen war wegen mir gekommen und würde nun meine Mutter töten. Das konnte ich nicht zulassen. Ich musste etwas dagegen tun. Ich musste so schnell wie möglich zu ihrem Schlafzimmer, um sie zu wecken. Irgendwie schaffte ich es dann, meine Angst zu besiegen und ins Schlafzimmer meiner Mutter zu gelangen. Ich weckte sie laut rufend und sie schnappte mich und wir verließen das Haus. Draußen standen wir eine Weile und ich erzählte ihr, was ich gefühlt hatte. Sie erzählte mir daraufhin, sie hätte einen schlimmen Alptraum gehabt, konnte sich aber nicht mehr erinnern.«

Ich machte mir mittlerweile einige Notizen, denn ich befürchtete, mir das alles nicht mehr merken zu können. Auf jeden Fall hielt ich ihre Geschichten - aus ihrer Perspektive betrachtet - für wahr. Sie kam mir keineswegs so vor, als würde sie improvisieren oder sich einen Spaß erlauben. Dazu war sie einfach nicht der Typ. Auch stockte sie nicht dauernd oder suchte nach Worten. All diese Erinnerungen flossen von ihren Lippen und das in einer erstaunlichen Geschwindigkeit. Ich fühlte, dass sie diese Erlebnisse wirklich erfahren hatte, auch wenn ich diese noch nicht wirklich einordnen oder beurteilen konnte. Natürlich konnte ich diese Erlebnisse auch aus einem psychologischen Standpunkt betrachten, aber das erklärte nicht die Übereinstimmung mit der Freundin und später mit der Mutter. Immerhin hatte ihre Freundin diese Hand auch gesehen, und ihre Mutter lief mit ihr aus dem Haus, ohne zuerst die Tochter zu hinterfragen. Jede andere Mutter hätte das Kind erst zur Rede gestellt oder zu beruhigen versucht.

»Haben all diese Vorkommnisse tatsächlich schlagartig aufgehört, als ihr wieder ausgezogen seid?« fragte ich nach.

»Ja. Auf jeden Fall. Direkt nach dem Auszug waren die Erlebnisse vorbei. Mein Asthma war verschwunden, die Alpträume, die schrecklichen Wahrnehmungen, einfach alles.«

Wir plauderten noch eine Weile nebst einigen Fragen, die ich noch besaß, damit diese Erfahrungen auch so wahrheitsgetreu wie möglich von mir notiert wurden.

Ich traf sie seltsamerweise danach noch zweimal in der Stadt. Wir grüßten uns oder unterhielten uns sogar für eine kurze Zeit, aber sie fragte mich nie nach dem Verlauf des Buches: wie weit ich damit war oder ähnliches.



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