Jonathan Dilas Kurzgeschichten Stories out of Dreams

Das pluralistische Universum

Ein multifunktionales und –dimensionales Universum als Weltbild

(verfasst von © Jonathan Dilas 2004)

 

Viele Dinge sind trotz der naturwissenschaftlichen Aufklärung ungeklärt geblieben. Die meisten Menschen geben sich mittlerweile mit den erforschten Ergebnissen zufrieden und ihr Wissenshunger ist gestillt. Tauchen bei ihnen Widersprüche auf, wird darauf nicht weiter geachtet, denn alles gilt als erklärt und alles andere ist nicht so wichtig bzw. kann nicht so ausschlaggebend sein in einer industriellen Welt. Doch trotz dieser Einstellung existieren weiterhin Dinge, die nicht erklärt werden können, oder besser gesagt, die zwar erklärt werden können, aber nur mit einem entsprechenden, philosophischen Weltbild, das zu übernehmen eine Ablehnung des naturwissenschaftlichen Weltbildes beinhalten könnte. Somit gibt es also in der Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen irgendwann einen Scheidepunkt, der einen dazu bewegt, rigoros das naturwissenschaftliche Bild oder eine alternative Betrachtung anzunehmen, vielleicht eine esoterische, buddhistische oder irgendeine andere Philosophie. 

Nun bin ich oft gefragt worden, warum ich der Ansicht bin, dass unser Universum in Wirklichkeit ein Multiversum bzw. ein pluralistisches Universum ist, das aus einer Vielzahl von geklonten Parallelrealitäten besteht, in dem das eigene Ich in unterschiedlichen Versionen immer wieder existiert. Aus diesem Grund möchte ich dieses Multiversum genauer aufzeigen und deutlich machen, weshalb die einzige logische Erklärung für die machbare und logische Existenz unserer Welt wiederum die Existenz paralleler Realitäten bzw. das multidimensionale Universum ist.

In der Quantenphysik entdecken wir Verhaltensweisen untersuchter Teilchen, die miteinander in Verbindung zu stehen scheinen, obwohl sie tausende Kilometer voneinander entfernt sind. Dabei hat man Teilchen auf eine Wand geschossen, die während des Durchdringens ein Wellenmuster erzeugten, d.h. sie wurden von einem Teilchen zu mehreren Wellen. Diese Verwandlung zeigt, dass die temporäre Umwandlung von Teilchen in eine Welle eine Vervielfältigung eines Musters bewirkt. Zusätzlich wurde herausgefunden, dass Teilchen eines Objektes in jedem Fall identisch reagieren, auch wenn sie tausende Kilometer unabhängig  voneinander behandelt werden. Sie reagieren so, als wenn sie noch eins wären, obwohl sie getrennt wurden. Experimente mit Kaninchen erbrachten gleiche Ergebnisse. Die Kaninchenmutter wurde in einem U-Boot tausende Kilometer entfernt an ein EEG angeschlossen, um dessen Gehirnströme zu messen. Gleichzeitig wurde der Nachwuchs der Mutter an Land getötet. Dabei konnte definitiv im Augenblick des Todes des Nachwuchses eine deutliche Reaktion bei der Kaninchenmutter festgestellt werden. Dies sagt aus, dass Mutter und Kind auf eine magische Weise miteinander verbunden sind, selbst wenn eine so große Entfernung zwischen ihnen liegt.

Daraufhin hat man Teilchen auf eine Metallwand geschossen und mit ansehen dürfen, wie sie sich Teilchen in Wellen verwandelten aufgrund eines Musters, das es jenseits der Wand erzeugte. Seltsamerweise verwandeln sich die Teilchen nicht in Wellen, wenn man eine Kamera aufbaut, die das aufzeichnen soll. So verrückt dies klingen mag, aber die Teilchen verwandeln sich nur in Wellen, wenn keiner genau hinschaut. Dies ist mit physikalischen Experimenten eindeutig bewiesen worden. Dieser verrückte Umstand demonstriert, dass die Teilchen, jedes existente Teilchen, ein Doppelleben führt. Darüber hinaus vermutlich sogar ein intelligentes Doppelleben, denn es kann erkennen, wann es beobachtet wird und passt sich dann dem Beobachter an.

Wenn sich ein Teilchen eines beliebigen Objektes, sei es beispielsweise eine Tasse, dem Beobachter mit seinem Wahrnehmungsapparat anpasst, dann bleibt die Tasse solange Teilchen, wie der Beobachter zuschaut. Was geschieht, wenn er wegschaut und die Tasse nicht mehr wahrgenommen wird? Richtig, sie verwandelt sich in eine Welle. Aus welchem Grund verwandelt sie sich in eine Welle, wenn sie, sagen wir mal, offensichtlich vom wahrnehmenden Beobachter nicht mehr benötigt wird?

Nichts in unserer Natur ist sinnlos. Jeder natürliche Prozess besitzt eine bestimmte Funktion. Regen, Sonne, Wind, Bäume, Pflanzen… sie alle besitzen eine Funktion. Daher kann man davon ausgehen, dass die Verwandlung der Tasse in eine Welle ebenso eine Funktion besitzt. So stellt sich die Frage: Wo ist die Tasse, wenn niemand hinschaut?

Desweiteren wurde entdeckt, dass Teilchen sich auflösen und an anderen Orten wieder auftauchen können. Anfangs glaubten die Physiker, dass die Teilchen, die an einem anderen Ort auftauchten, eben andere Teilchen waren, doch in der Quantenphysik wird behauptet, es seien die gleichen. Durch diese Beobachtung begann man sich zu fragen, wo sich die Teilchen denn befunden haben mögen, wenn sie für einen gewissen Zeitraum verschwanden und dann wieder erschienen? Es können an diesem Punkt natürlich erst einmal von Naturwissenschaftlern nur weitere Vermutungen aufgestellt werden, doch für mich ist offensichtlich, wo sich diese Teilchen befunden haben. Sie verwandelten sich in eine Welle und wechselten in eine parallele Realität, um dort eine andere Tasse darzustellen. Jedes Teilchen eines jeden Objektes, das sich, sagen wir mal, gerade auf dem Schreibtisch befindet, ist dazu in der Lage, sich vorübergehend aufzulösen und in einer anderen Realität aufzutauchen. Die Teilchen der Tasse bleiben nur solange Teilchen, bis der Beobachter sie nicht mehr beobachtet.

Das multidimensionale Universum besitzt multidimensionale Teilchen, jedes noch so winzige Teilchen ist Teil dieses Prinzips. Man erinnere sich an Fraktale, die ein wunderschönes Muster ergeben und wenn man in sie hineinzoomt und immer stärker vergrößert, entdeckt man darin, dass sich dieses Muster aus vielen kleinen Mustern zusammensetzt, die dem Muster zu Anfang genauestens entsprechen. Um es naiv auszudrücken, wäre eine Tasse ein Fraktal und würde in sie hineinzoomen, so würde man irgendwann auf tausende winziger Tassen stoßen, die diese große Tasse formen. Die Tasse existiert also auf allen Ebenen, im Mikro- und im Makrokosmos ebenso wie auf parallelen Ebenen. Dies erklärt, warum Teilchen, selbst wenn man sie voneinander trennt, noch immer identisch reagieren. Man könnte sagen, sie sind telepathisch miteinander verbunden.

Wer ist der Zeitreisende?

Jeder kennt Filme über Menschen, die durch die Zeit reisen. Als ich ein Kind war und das erste Mal die Verfilmung von „Die Zeitmaschine“ von H.G. Wells sah, war ich schier begeistert. Da hatte dieser Mann eine Zeitmaschine entwickelt und reiste damit quickfidel durch die Zeit. Für gewöhnlich wird in diesen Filmen davon ausgegangen, dass ein Mensch in die Vergangenheit reist, dort eine Handlung verändert und wenn er zurückkehrt, sind diese Handlungen in ihren Auswirkungen zu erkennen. Dies impliziert die Existenz von nur einer Realität mit nur einer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Doch was würde geschehen, wenn man in die Vergangenheit reist und die eigenen Eltern daran hindern würde, sich jemals kennenzulernen. Was wird dann mit dem Zeitreisenden geschehen? Wird er dann noch existieren? Denn er dürfte eigentlich nicht mehr existieren, da er seine eigene Geburt in der Vergangenheit verhindert hat. Sollte er sich dann einfach auflösen, als habe er niemals existiert, wer aber baute dann die Zeitmaschine und konnte verhindern, dass die Eltern sich jemals kennenlernten? Exakt dieses Problem gilt als das Zeitreisen-Paradoxon, sprich ein grundlegender Widerspruch in der Theorie der Möglichkeit des Zeitreisens. Die meisten Wissenschaftler gehen aufgrund dieses Paradoxons davon aus, dass es darum keine Zeitreisen geben kann. Nur eine einzige Möglichkeit könnte das Zeitreisen dennoch möglich machen: Die Existenz eines multidimensionalen Universums.

Sollte sich also unser Zeitreisender in die Vergangenheit begeben und dort seine Eltern daran hindern, sich jemals kennenzulernen, dann würden sie sich nicht kennenlernen. Der Zeitreisende kann danach in seine eigentliche Gegenwart zurückkehren und bestätigen, dass sich seine Eltern niemals kennengelernt haben. Er wird sich jedoch nicht auflösen, da er mit seiner Handlung in der Vergangenheit einen alternativen Realitätsstrang erschaffen hat. Nun gibt es zwei Realitäten, wobei der Zeitreisende in einer von den Eltern geboren wurde und eine, in der er nicht geboren wurde. Nur, weil er aus einer parallelen Realität gekommen ist und sich darüber ins Fäustchen lacht, dass seine Eltern sich niemals kennenlernten, muss er nicht gleich einer Nicht-Existenz anheimfallen, denn aufgrund seiner genialen Zeitmaschine könnte er ja jederzeit wieder zurückreisen und die Realität für sich erneut verändern. Der Zeitreisende würde seine Vergangenheit folglich ganz normal weitererleben, nur mit dem Unterschied, dass er von Realität 1 zu Realität 2 gewechselt hat. Dieser Wechsel gehört nun einfach zu seinem Zeitstrahl bzw. seiner persönlichen Vergangenheit.

Matrixseite

Grafik 1: Zeitreisender (ZR) wechselt Realität auf seinem Zeitstrahl

Jede Einflussnahme, die der Zeitreisende in der Vergangenheit mithilfe seiner Zeitmaschine unternimmt, verändert nicht die Realität, sondern er wechselt in eine alternative Realität, in der die Veränderung nun existiert. In Realität 2 ist der Zeitreisende nun aufgrund seiner Veränderungen gelandet und kann dort beobachten, dass seine Eltern aneinander vorbeigehen und sich niemals kennenlernen. Diese Erfahrung ist nun Teil seiner persönlichen Vergangenheit. Das multidimensionale Universum ermöglicht jede beliebige Variante, d.h. was auch immer der Zeitreisende anstellen mag, er wird in einer dafür vorgesehenen Realität landen. Er wird sich vielleicht darüber wundern, warum er sich nach seiner unheilvollen Tat nicht aufgelöst hat, aber er wird sehen, dass er die Vergangenheit erfolgreich verändert hat, nachdem er in die Gegenwart zurückkehrt. Doch seine vertraute Gegenwart aus Realität 1 ist nun zur Gegenwart von Realität 2 geworden.

Wenn man sich nun einmal vorstellt, dass jeder Mensch über eine Zeitmaschine verfügte, stellt man sich sofort ein gigantisches Chaos vor, das die vielen Zeitreisenden daraufhin verursachen würden. Der eine verhindert das Kennenlernen der Eltern, ein anderer macht es wieder rückgängig, wieder ein anderer erschießt sie gleich und noch wer klärt sie über eine effektive Familienplanung auf. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt, aber das Chaos ist nicht so groß, wie man befürchten mag, denn jeder einzelne Zeitreisende würde aufgrund seiner Veränderungen, die er trifft, eine dafür vorgesehene Realität erzeugen. Die Zeitreisenden würden sich sozusagen von Realität 1 aufmachen und Millionen von alternativen Realitäten erzeugen und das nur aufgrund seiner Veränderungen.

Ein philosophischer Ansatz wäre nun, sich zu fragen, ob Zeitreisen nur dann möglich wäre, wenn wir in einem multidimensionalen Universum leben würden? Und diese Aussage ist durchaus korrekt. Beides bedingt sich unerlässlich und macht Zeitreisen zu einer Option, die wir irgendwann in der Zukunft bewerkstelligen können oder bereits bewerkstelligt haben… Gesetzt dem Fall, in der Zukunft wird eine Zeitmaschine erfunden, sagen wir, im Jahre 2300. Vermutlich würden erst einmal die vermögenden Menschen in den Genuss kommen, in der Zeit zu reisen. Sie suchen mit ihrer Zeitmaschine den Untergang von Pompeji auf oder den der Titanic. Sie sind live dabei und können hautnah miterleben, wie es damals wirklich war. Sollte es sich so verhalten, dass der allererste Zeitreisende aus dem Jahr 2100 das unvermeidliche Desaster angerichtet hat und beispielsweise den Untergang der Titanic verhinderte, so teilte er damit die Realität in zwei verschiedene, alternative Realitäten auf. Von diesem Moment an zersprang die Realität in viele Facetten ihrer selbst und es entstand ein multidimensionales Netzwerk von alternativen Realitäten. Das Universum wurde zu einem Multiversum, das unaufhörlich neue Realitäten generiert, da der Zeitreisende durch seine Taten sicherlich auch noch die Existenz der Zeitmaschine und dessen Nutzer verdoppelt, verdreifacht und vertausendfacht hat.

Wo ist die Tasse denn nun?

Wenn sich also die Tasse in eine Welle verwandelt, sobald kein Beobachter anwesend ist, haben wir es im Grunde genommen nicht mehr mit einer Tasse zu tun. Als Welle kann sie Wände durchdringen und auch die Realität wechseln. Sie deplatziert sich eigenständig von Realität 1 zu Realität 2, um dort eine bestimmte Funktion zu erfüllen. An diesem Punkt mag man sich die Frage stellen, ob sie als identische Tasse in Realität 2 auftauchen wird oder ob sie gar in der Lage ist, ihr Aussehen an die neuen Beobachter in  Realität 2 anzupassen. Davon kann theoretisch ausgegangen werden, denn wenn unser Zeitreisender ins Mittelalter reist, könnte es durchaus sein, dass sich die Tasse dort als ein mittelalterlicher Krug präsentiert. Der Kaffee in der Tasse könnte sich ebenso in Met verwandeln. Die Teilchen, aus denen sich die Tasse befindet, scheinen also ein Muster zu besitzen bzw. ein übergeordnetes Grundmuster, das es der Tasse ermöglicht, ihre Funktion und ihr Aussehen zu verändern.

Somit lässt sich schlussfolgern, dass die Tasse nicht mehr als aus einer Ansammlung von Teilchen besteht, wenn man fortschaut. Sie transferiert sich als Welle in eine alternative Realität, um dort eine andere, vermutlich ähnliche Funktion zu erfüllen.

Im Buddhismus und auch in der Phänomenologie findet man Hinweise darauf, dass sich unsere wahrgenommene Welt als Illusion darstellt, die solange existiert wie es einen Beobachter gibt. Aussagen wie „Macht der fallende Baum im Wald ein Geräusch, wenn niemand dort ist?“ oder „Gibt es die Rückseite des Mondes wirklich, wenn sie niemand sehen kann?“ sind Hinweise auf eben genau diese Problematik.

Wenn  wir uns tatsächlich in einer illusionären Welt befinden, aus welchen Gründen auch immer, und diese einen Schöpfer besessen haben sollte, wie es auch Albert Einstein vermutete, dann wäre es für diesen Schöpfer sehr naheliegend, die Realität genau so zu erschaffen, um für jeden seiner Schöpfungen auf diese Weise die perfekte Illusion zu erschaffen. Jedes seiner geschaffenen Wesen wäre somit in der Lage, sein unmittelbares Umfeld als Teilchen wahrzunehmen; solange er sie beobachtet.

Natürlich ist eine derartige Betrachtung der Realität, wie wir sie kennen, ein Tabu für die meisten Naturwissenschaftler. Es ist einfach unglaublich, sich vorstellen zu müssen, dass die uns umgebenen Teilchen eine derartig umfassende Intelligenz besitzen könnten. Doch laut den neuesten Ergebnissen der Quantenphysiker ist genau dies der Fall!

Der Mathematiker und Philosoph Edmund Husserl

Edmund Husserl (*8.4.1859, †27.4.1938) ist der Begründer der Phänomenologie, mit der er verzweifelt versuchte, sie als Wissenschaft einzuführen und deren Grundsätze als Maßstab zu benutzen, um zu mehr Objektivität zu erlangen. Für ihn war das multidimensionale Weltbild zwar kein Begriff, aber seine Philosophie unterstützt im Nachhinein die Quantenphysik. Er berichtet von der reduktiven Wahrnehmung des unmittelbaren Umfeldes und behauptete, dass die Elemente, die man gegenwärtig nicht wahrnehmen kann, beispielsweise das Land Amerika, falls man sich gerade in Deutschland befindet, nicht existiert. Es tritt in die Existenz, sobald man es gegenwärtig wahrnimmt. Befindet sich ein beliebiges Objekt außerhalb der Wahrnehmungsreichweite, ist es wieder verschwunden. Für Husserl war also klar, dass der Baum kein Geräusch macht, wenn er im Wald umfällt und kein Beobachter zugegen ist. Seine erstaunlichen denkerischen Fähigkeiten befähigten ihn dazu, ein umfassendes Weltbild aufzubauen, das viele andere Philosophen beeinflusste wie z.B. Jean Paul Sartre und Martin Heidegger. Husserls Aufforderung an die Wissenschaft, objektiver und freier an die Erklärung der Natur heranzugehen, versiegte jedoch im Sand. Im Gegenteil, die Naturwissenschaftler wehrten sich gegen seine Aufforderung und degradierten seine Wissenschaft zur Philosophie, die es heute noch ist.

Der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Friedrich Hegel (*27.8.1770, †14.11.1831) postuliert in seinem Buch „Die Phänomenologie des Geistes“ eine der wirksamsten und umfangreichsten Philosophien zur Erklärung der Realität im Allgemeinen und des Menschen. Aussagen wie „Das Wahre ist das Ganze“ und „Die Wahrnehmung oder das Ding, und die Täuschung“ geben einen Einblick in seine Annahmen. So geht er davon aus, dass alles in einer gewaltigen Ganzheit miteinander zusammenhängt. Die Natur, wie wir sie kennen mit ihren Pflanzen, Tieren und Menschen, ist seiner Ansicht nach aus dem absoluten Ganzen herausgetreten, um sich zu erfahren und fortan zerteilt in Materie, Raum und Zeit, die nach ihrer Geburt wieder zu ihrem Ursprung zurückzukehren versucht. Hier findet man also eine Parallele zu der Quantenphysik, in der sich Wellen-Objekte zu Teilchenobjekte materialisieren.

Gleichzeitig teilt Hegel die Vernunft in zwei Hälften auf, bei der die eine Seite (negative Vernunft) das Sein zu leugnen versucht, während die andere Hälfte (positive Vernunft) sie bejaht. Diese Aufteilung des Selbst ist das Resultat der Abspaltung von der Ganzheit. Die Abspaltung geschah mit der Absicht, sich selbst zu erfahren und der Freiheit entgegen zu streben. Diese Abspaltung hatte eine Aufteilung des absoluten Geistes in viele Elemente zur Folge. Somit war Hegel ein Befürworter eines multidimensionalen Weltbildes, das der Geist erschuf, um sich zu entfalten.

In seinem wichtigsten Buch gibt Hegel zur Kenntnis:

„So ist nun das Ding der Wahrnehmung beschaffen; und das Bewußtsein ist als Wahrnehmendes bestimmt, insofern dies Ding sein Gegenstand ist; es hat ihn nur zu nehmen, und sich als reines Auffassen zu verhalten; was sich ihm dadurch ergibt, ist das Wahre. Wenn es selbst bei diesem Nehmen etwas täte, würde es durch solches Hinzusetzen oder Weglassen die Wahrheit verändern. Indem der Gegenstand das Wahre und Allgemeine, sich selbst Gleiche, das Bewußtsein sich aber das Veränderliche und Unwesentliche ist, kann es ihm geschehen, daß es den Gegenstand unrichtig auffaßt und sich täuscht. Das Wahrnehmende hat das Bewußtsein der Möglichkeit der Täuschung; denn in der Allgemeinheit, welche das Prinzip ist, ist das Anderssein selbst unmittelbar für es, aber als das Nichtige, Aufgehobene.“

Hiermit wollte Hegel zum Ausdruck bringen, dass unsere wahrgenommene Realität als nicht-tatsächlich und tatsächlich wahrgenommen werden kann. Sie wird immer subjektiv bleiben und selbst Gegenstände werden subjektiv wahrgenommen. Dies überrascht einen Quantenphysiker nicht, wenn man bedenkt, dass Gegenstände, die aus Teilchen bestehen, durchaus auch zur Welle werden können, um plötzlich zu verschwinden und an anderer Stelle wieder in Erscheinung zu treten.

Der Philosoph und Psychologe William James

William James (*11. Januar 1842, †26. August 1910) war ein amerikanischer Philosoph und Psychologe. Seine philosophische Ausrichtung galt dem Pragmatismus und er war stets ein Anhänger deren Thesen. Er besetzte von 1876 bis 1907 einen Lehrstuhl als Professor für diese beiden Studienfächer an der Harvard Universität. Er hatte seinerzeit Meinungsverschiedenheiten mit anderen Philosophen, die seine pragmatisch-orientierten Thesen nicht unterstützten. Einer seiner größten Diskussionsgegner war der berühmte Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel (*27. August, †14. November 1831), der mehr auf den deutschen Idealismus und die Phänomenologie baute. James betrachtete die Phänomenologie als unpraktisch und verwirrend. Er war überzeugt, dass Hegel an frühzeitiger Senilität gelitten oder schlimmer noch, er sich das alles nur aus den Fingern gesogen hatte, um in philosophischen Kreisen Aufmerksamkeit zu erregen und sich wichtig zu tun. Gern hätte James dem Hegel einmal die Meinung gesagt, doch dieser war leider frühzeitig verstorben. Eines Tages probierte James Distickstoffoxid, sprich Lachgas, aus und erhielt den spontanen Einfall, sich Hegels Kernaussagen doch noch einmal genauer anzuschauen. Während das Distickstoffoxid wirkte, erschienen ihm Hegels Aussagen bei weiten nicht mehr verwirrend, im Gegenteil, es besaß plötzlich alles seinen Sinn und James musste zugeben, dass Hegel doch ein größerer Philosoph als er selbst gewesen war.

In der darauf folgenden Zeit entschuldigte sich James öffentlich bei den Anhängern Hegels und öffnete sich für die Phänomenologie und für das Distickstoffoxid. Fortan benutzte er immer wieder dieses Gas, um seine philosophischen Erkenntnisse zu beflügeln. Da er seinen Sinn für Pragmatismus nicht gänzlich verloren hatte, hielt er die meisten Philosophen für passiv und allzu theoretisch. Sie mochten vieles erkannt haben, doch praktische Anwendung fand dies alles nicht. Somit kam James der Einsatz von Distickstoffoxid wie gerufen, denn mit diesem Gas wollte er das Tor zur Seele aufstoßen und nach der Wahrheit suchen.

Im weiteren Verlauf beeinflussten Hegels Thesen und das Distickstoffoxid James‘ weiteren Arbeiten. Er entdeckte die Wahrnehmung zweier Selbste, die Teil von ihm zu sein schienen. Dazu gehörte erst einmal das uns bekannte Alltagsselbst, welches für ihn eine Ansammlung von Bewusstseinszuständen (s. „Die Prinzipien der Psychologie“ von William James, 1890), darstellte, d.h. eine besonderer Typ von bestimmten, möglichen Bewusstseinszuständen. Das andere Selbst hingegen bezeichnete er als das „Subliminal Self“ (unterbewusste Selbst), welches eine umfassende, psychologische Entität darstellen soll, die sich eines pluralistischen Universums bewusst ist. William James konnte in seinen Distickstoffoxid-Experimenten immer wieder dieses pluralistische, innere Universum erkennen. Für James war das Bewusstsein also kosmisch, multidimensional und vielschichtig. Er betrachtete den Menschen mit seinem Alltagsselbst als ein global anerkanntes Set von psychologischen Zuständen, eine Art persönliches Bewusstseinszentrum, in welchem der Mensch seine Erfahrungen mit anderen auf einen Nenner zu bringen versucht und in dem immer wieder die gleichen Routen benutzt werden, um dieses Zentrum aufrechtzuerhalten.

James bestätigt also, dass unser Universum multidimensional aufgebaut ist und aus alternativen Realitäten besteht. Besonders interessant finde ich seinen Fall, da er anfangs ein absoluter Gegner dieser Theorie gewesen war. Nur als er mithilfe von Distickstoffoxid sein verärgertes Alltags-Ich ausschalten konnte, öffnete er sich für neue Betrachtungen und musste erkennen, wie es sich tatsächlich verhält.

So unglaublich es klingen mag, zusammenfassend kann man also sagen, dass jeder Mensch in einer Realität lebt, in der ein jedes Objekt, aus welchen Teilchen es auch immer bestehen mag, ein mit Lichtgeschwindigkeit aufgebautes Konstrukt darstellt, das sich dem Auge des Betrachters als Teilchenobjekt präsentiert, auch wenn es in Wirklichkeit aus Wellen besteht. Man könnte somit aussagen, dass der Mensch sich in einer wohl platzierten Chamäleon-Realität befindet, die ihm eine perfekte Illusion vorspiegelt, denn niemals würde er hinter dessen Geheimnis kommen können, wenn die Gegenstände um ihn her verzaubert sind und sich seiner Wahrnehmung optimal anpassen. Man könnte durchaus von einer virtuellen Realität ausgehen, in der sich ein jeder Mensch befindet, denn nur ein bewusst programmiertes Umfeld kann die intelligente Fähigkeit der Teilchen erklären. Es gibt keine andere Erklärung, die diesen Umstand besser durchleuchten könnte. Wir befinden uns in einer bewusst programmierten und virtuellen, multidimensionalen Chamäleon-Realität.

Wie ist die Realität aufgebaut?

Wenn ein jedes Musterobjekt dazu in der Lage ist, sich als Teilchen zu präsentieren und sich daraufhin wieder zu einer Welle zu verwandeln, wird kurzum die perfekte Illusion geschaffen. Die Fähigkeit der von uns wahrgenommenen Objekte kann ursprünglich nur programmiert worden sein. Objekte mit einer solchen Fähigkeit können nicht durch Zufallsereignisse innerhalb der Entstehung der Natur entwickelt worden sein. Die Fähigkeit der Musterobjekte bzw. Teilchenintelligenz wirkt somit wie eine absolut anpassungsfähige Hauptkonfiguration, die nur von einem Schöpfer ersonnen werden konnte. Weiterhin zu glauben, dass die Realität niemals einen Schöpfer besaß beinhaltet automatisch die Leugnung der Teilchenintelligenz.

Da nun die Teilchenintelligenz zumindest vonseiten der Quantenphysik als bewiesen gilt, darf weiter spekuliert werden, inwiefern der menschliche Geist darin involviert ist. In psychologischer Hinsicht ist es also eine Frage, ob es möglich ist, Objekte im unmittelbaren Umfeld geistig beeinflussen zu können. Wenn man sich vor die erwähnte Tasse setzt und sich vorstellt, dass sie nun ihr Aussehen verändert, geschieht einfach nichts. Die Tasse und die dazugehörigen Teilchen haben den unumstößlichen Auftrag, dem Beobachter in jeder Konsequenz als Tasse zu erscheinen und werden sich nicht auf Befehl verwandeln. Hierbei kann also von einer „Objektloyalität“ ausgegangen werden, d.h. die Teilchen folgen ihrem ursprünglichen Befehl, dem Beobachter unter allen Umständen entsprechend zu erscheinen. Sie sind unbestechlich und lassen sich nicht davon überzeugen, ihre Form zu verändern. Die einzige Möglichkeit wäre, es mithilfe physischer Geräte zu verändern, vielleicht indem man die Tasse dazu zwingt, sich zu verändern. Dies beinhaltet vielleicht die Zerstörung der Tasse oder ein Einschmelzen derselben oder ein einfaches Bemalen. Da dies aber mittlerweile ausgiebig praktiziert wurde und immer noch praktizier wird und vom Thema abweichen würde, stellt sich die Frage, ob es einen Urheber gibt, der die unumstößliche Anweisung für Verhalten und Erscheinen von Objekten bestimmt hat. Unabhängig davon, ob wir uns in einer virtuellen Realität befinden oder nicht, ist zumindest offensichtlich, dass das Muster eines Objektes ebenso programmiert wurde wie die intelligenten Fähigkeiten von Teilchen. Somit gibt es ein Muster, das sich hinter Teilchen und Wellen befindet, eine Art Programmierung oder ein nichtphysisches Teilchen, das Urheber für das Verhalten der Teilchen ist. Aus dem Grund möchte ich ein nichtphysisches Teilchen postulieren, das die Grundprogrammierung bzw. Teilchenintelligenz in sich trägt. Das Problem zur Bestimmung dieses Teilchens ist sicherlich die eine Existenz, die sich unseren Messgeräten entzieht. Es könnte sich hierbei um ein „Phasenteilchen“ handeln, das die Programmierung der physischen Teilchen bestimmt. Wer das Phasenteilchen nun wiederum programmiert hat, befindet sich natürlich jenseits naturwissenschaftlicher Forschung und geht in die Philosophie über.

Laut Hegel befindet sich hinter der Illusion der Objekte der Geist, eine gewisse Kraft, die unsere Umgebung illusionär erschafft, um sich selbst zu erfahren. Was nun dieser Geist ist, ob er für Gott, eine außerirdische Macht, einen multidimensionalen Hightech-Computer oder sonst etwas darstellt, ist erst einmal irrelevant. Wenn man nun davon ausgehen würde, dass dieser „Geist“ auch Urheber für die Phasenteilchen und somit für die Teilchenprogrammierung ist, dann haben wir es mit einer unglaublich großen Intelligenz zu tun, der solche Dinge möglich sind.

Du bist der Zeitreisende!

Die Existenz tausender alternativer Realitäten kann nur durch die Aufspaltung einer kompletten, alles zusammenfassenden Realität entstanden sein, die daraufhin in viele Subrealitäten zerfiel. Die Erfindung einer Zeitmaschine in einer fernen Zukunft kann hierfür ein Grund gewesen sein. Durch die Nutzung einer solchen Maschine wurden diese Veränderungen vom Benutzer erzeugt. Die alles umfassende Realität wurde zu unzähligen Subrealitäten. Naturwissenschaftliche Untersuchungen in Verbindung mit bewusstseinserweiternden Substanzen haben eindeutig gezeigt, dass diese Subrealitäten wahrgenommen werden können. Hierzu wurden Experimente mit unterschiedlichen Testpersonen und verschiedenen Substanzen durchgeführt. Da die Wahrnehmung dieser Subrealitäten also von einem jeden Menschen möglich ist, ist auch jeder Einzelne der Zeitreisende selbst, denn er bewegt sich in einer bestimmten Geschwindigkeit durch die Alltagswelt. Philosophische und auch Berechnungen von Physikern, die über die Logik der möglichen Existenz einer Zeitmaschine debattiert haben, kamen weitgehend zum Ergebnis, dass Zeitreisen nur dann möglich sein kann, wenn die uns bekannte Realität nur eine unter vielen ist.

Pluralistisches Universum

Grafik 2: Existenz mehrerer alternativer Realitäten mit unterschiedlichen Erfahrungsverläufen nur einer Person

In der Psychologie

Die Wahrnehmung unterschiedlicher Realitäten ist im Psychiatriewesen (s. Schizophrenie) ebenso bekannt wie jene unterschiedlicher Persönlichkeiten innerhalb der eigenen Psyche (s. Multiple Persönlichkeitsstörung bzw. Psychose). Das solche psychischen „Störungen“ existieren, bedeutet nicht dass sie Hirngespinste sind, denn nicht nur Philosophen haben auf die Existenz multidimensionaler Realitäten hingewiesen, sondern auch unzählige Personen, die tagtäglich derartige Wahrnehmungen praktisch bestätigen können. Da eine Psychose gemeinhin als nicht förderlich und krank betrachtet wird – der Mensch funktioniert mit der Wahrnehmung mehrerer Realitäten schlechter in der Gesellschaft und kann nur beschränkt seine Arbeit vollrichten – kann davon ausgegangen werden, dass die entsprechenden Stellen eher für eine negative bzw. ablehnende Interpretation einstehen. Somit wird gelehrt, dass beispielsweise eine Psychose eine Krankheit ist und nicht der Realität entsprechen kann, was in dieser wahrgenommen wird. Psychische Krankheit und Irrglaube werden hierbei gleichgesetzt. Zu überlegen, dass der Mensch aufgrund seines begrenzten Wissens und seiner alltäglichen Sorgen, Verantwortungen und Ängsten noch nicht bereit ist, ein multidimensionales Weltbild zu vertreten und auch zu erfahren, leuchtet an dieser Stelle nicht ein. Wahrnehmungen, die nicht einzuordnen sind, weil die Erklärungen fehlen, werden dann als Halluzination abgetan. Trotz dieses Umstandes kann dennoch davon ausgegangen werden, dass sich immer wieder vereinzelte Personen aus Interesse der phänomenologischen Wahrnehmung alternativer Realitäten zuwenden werden.

Persönliche Erfahrungen

In den Träumen, an die wir uns manchmal erinnern, tauchen häufig Freunde auf, die wir nicht kennen. Fremde Städte, in denen wir zu wohnen scheinen und an unserer Seite findet sich manchmal sogar ein für gewöhnlich unbekannter Partner. In solchen Träumen verhält es sich keineswegs so, dass unser Verstand uns einen Streich spielt, oder unser Gehirn, sondern wir registrieren unterbewusste Erfahrungselemente aus alternativen Realitäten mit alternativen Erlebnissequenzen. Die Eindrücke sind dermaßen vielseitig, dass unser Gehirn nicht in der Lage ist, sich alles zu merken. Wenn wir am Morgen erwachen, hat unser Gehirn nur vereinzelte Szenen behalten. Nur aufgrund der Unfähigkeit des Gehirns mehr Daten zu behalten, diese sogar des Öfteren mit einer recht dürftigen Wahrnehmungsqualität, so sollte dies doch noch lange kein Grund dafür sein, die Träume als Gehirnspuk und als irrelevant abzutun. Handelt es sich hierbei doch tatsächlich um Daten aus alternativen Realitäten, von der unser Alltags-Ich ein integrierter Bestandteil ist.

Persönliche Erfahrungen aus diesem Bereich haben mir eindeutig gezeigt, dass wir in einem Multiversum leben und dass unsere Realität nur eine unter vielen ist. Hierbei konnte ich eine Ansammlung diverser Realitäten ausmachen, die sowohl in der Gegenwart parallele Nebenrealitäten aufweisen als auch auf einem imaginären Zeitstrahl zuordbar sind.

Alternative Realitäten

Grafik 3: Anzahl des Alltag-Ichs mit alternativen Realitäten/Selbsten auf einem Zeitstrahl

Anhand Grafik 3 kann ich veranschaulichen, dass die Wahrnehmung anderer Realitäten geradezu mit der Wahrnehmung mehrerer Selbste innerhalb der eigenen Psyche verglichen werden kann. Das vertraute Alltag-Ich ist auf einem Zeitstrahl platziert, welchen wir Alltag nennen. Dabei wird gleichzeitig das Alltags-Ich von einer unbestimmten Anzahl alternativer Realitäten begleitet. Jede alternative Realität besitzt ebenfalls einen Zeitstrahl, einen Lebensverlauf mit Geburt und Tod. Hierbei können die alternativen Realitäten auch in sich zeitverschoben sein. Man würde sich bei einem Wechsel in eine alternative Realität vielleicht in die Schulzeit zurückversetzt oder eben in die Zukunft und sich neben einer neuen Liebe wiederfinden.

Das Ich mit seinen alternativen Selbsten kann auch mit Atomen und Molekülen verglichen werden. Der Atomkern wäre hier das Selbst und die Elektronen die alternativen Selbste. Sobald man sich einem anderen Ich nähert, das natürlich ebenso mehrere alternative Realitäten um sich schart, greifen sie ineinander und koordinieren die wahrgenommene Realität. Es entstehen neue Mischungen mit neuen Alternativen. Wenn sich also Person A mit Person B trifft, werden diese auf mehreren Realitätsebenen kopiert, d.h. es existieren von nun an Realität 1, in welcher Person A sich selbst und gleichzeitig Person B wahrnimmt sowie in Realität 2, in der sich Person B selbst wahrnimmt und Person A. Varianten bzw. Kopien des eigenen Ichs werden hier erzeugt bzw. wahrgenommen und bilden neue Alternativen. Genau wie unser Sonnensystem mit seiner Sonne als Kern und den Planeten auf ihren Bahnen mit einem Atom verglichen werden kann, so sieht es in der Psyche nicht anders aus. Hierbei treffen Selbste mit Unterselbsten auf andere Selbste, um sich auszutauschen oder um neue Realitäten zu generieren.

In der Astrophysik gibt es derartige Phänomene ebenso, wenn sich zwei Spiralgalaxien aufeinander zubewegen. Sie ziehen einander an und vermengen sich, um eine neue Spirale zu erzeugen. Im Fall zweier Menschen geschieht Ähnliches, wenn sie einander begegnen und sich austauschen.


Nicht nur aufgrund meiner sehr umfangreichen Traumnotizen zur Analyse von Daten aus alternativen Realitäten, sondern auch in erweiterten Bewusstseinszuständen konnte ich eine Art fraktales Muster entdecken, indem diese unzähligen Realitäten wiederzufinden sind. Ich benannte diese strukturell-symmetrische Anordnung, die ich in meinen Wahrnehmungen entdeckte, Wahrscheinlichkeitsfraktale. Überwiegend bestehend aus spiralförmigen Mustern.

Quantenrealitäten

Grafik 4: Die Selbste sind wie auf einem Fraktal oder einer Spirale angeordnet

Auf Grafik 4 erkennt man einen winzigen Ausschnitt aus dem Wahrscheinlichkeitsfraktal mit einigen alternativen Selbsten (AS), wobei eines von denen das uns bekannte Alltags-Ich repräsentiert. Jedes Selbst besitzt eine komplette, eigenständige Realität mit Geburt, persönlichen Lebenserfahrungen und Tod. Dieses Fraktal ist dermaßen angeordnet, dass es mehrere Spiralen in sich vereint bzw. ein komplexes fraktales Muster ergibt. Grafik 4 ist somit nur eine sehr vereinfachte Form des Fraktals. Wenn man sich aus diesem Muster herausbringt und einen Überblick erhält, wirkt die Spirale Teil mehrerer Spiralen und scheint wiederum Teil eines verzweigten Baumes zu sein. Dabei handelt es sich aber nur um unbestätigte Eindrücke, die sicherlich noch präzisiert werden müssen. Ebenso ist es in der Tat schwer zu beschreiben. Wichtig ist für mich an dieser Stelle, dem Leser ein Bild zu vermitteln.

Zusammenfassung

Die von uns wahrgenommene Alltagsrealität ist nur ein möglicher Verlauf unseres Lebens. Tatsächlich jedoch existieren neben uns alternative Realitäten, welche so zahlreich sind, dass man hierbei von einer Unendlichkeit sprechen könnte. In diesen alternativen Realitäten existiert das dem Menschen bekannte Alltags-Ich in unterschiedlichen Variationen mit individuellen Lebenserfahrungen. Unsere Träume sind Auszüge aus diesen alternativen Realitäten und können durch Training komplexer und zusammen-hängender erinnert werden.

Diese Mehrwelt-Theorie, von einem pluralistischen bzw. multidimensionalen Universum, welche in den USA weitaus stärker vertreten wird als in Deutschland, ermöglicht dem Menschen eine unbegrenzte Auswahl an Handlungen. Aufgrund der Sitten und Gebräuche einer Gesellschaft mit ihren Normen, Richtlinien, Zielsetzungen und Erziehungsmethoden wird dem Menschen nur eine beschränkte Anzahl von Alternativen bewusst. Eine trainierte oder erweiterte Wahrnehmung kann einen Menschen befähigen, mehr Einblicke in diese Realitäten zu erhalten. Entweder zur Inspiration in Kunst, Philosophie und Wissenschaft, zur Ausbildung persönlicher Talente und Fähigkeiten, Psychotherapie oder zu persönlichen Forschungen aller Art.

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Quellen:

„DMT: The Spirit Molecule: A Doctor's Revolutionary Research Into the Biology of Near-Death and Mystical Experiences”,  Rick Strassman und M. D. Strassman, 2000

„Der Einfluss von S-Ketamin und N,N-dimethyltrytamine (DMT) auf die Präpulsinhibition und die attentive Modulation des Startlereflexes : eine humanexperimentelle Untersuchung zum Modellpsychoseparadigma“, Martina Crysandt, 2008

„The Principles of Psychology“, William James, 1957

„The Divided Self of William James“, Richard M. Gale, 1999

“The Varieties of Religious Experience: A Study in Human Nature” (Penguin American Library), William James und Martin E. Marty, 1982

"LSD - Psychotherapie", Stanislav Grof und Wolfgang Krege, Klett-Cotta 2000

„Topographie des Unbewußten: LSD im Dienst der tiefenpsychologischen Forschung“ von Stanislav Grof, Cotta'sche Buchhandlung 2007

 „Therapie mit psychoaktiven Substanzen. Praxis und Kritik der Psychotherapie mit LSD, Psilocybin und MDMA“, Henrik Jungaberle, Peter Gasser, Jan Weinhold, und Rolf Verres (Hrsg.) von Huber, Bern (Broschiert - 30. Juli 2008)

"Schrödingers Katze: Einführung in die Quantenphysik", Brigitte Röthlein, Olaf Benzinger, April 1999

"Einsteins Schleier: Die neue Welt der Quantenphysik", Anton Zeilinger, März 2005

"Quantenuniversum. Die Welt der Wellen und Teilchen", Tony Hey und Patrick Walters, Februar 1998

"What the Bleep Do We (K)now?!", Marlee Matlin, Elaine Hendrix, DVD, 2006

“Träume, Traumanalysen und alternative Realitäten”, Bohmeier-Verlag,  Jonathan Dilas, 2006